16 Februar 2018

Upcycling: DIY Baby Hose




Upcycling at it's easiest! Noch bevor es in die Babypause geht (wir sitzen bereits in den Startlöchern und sind gespannt, ob sich das Baby noch in die Liga der Februarbabys einreihen wird!), zeige ich euch ein kleines aber feines Baby Upcycling, nämlich wie aus einem simplen Jersey Shirt eine superbequeme neue Hose für's Baby entstanden ist.

Das Nähpojekt ist auch bestens für NähanfängerInnen geeignet, da der verwendete Schnitt sehr einfach umzusetzen ist, und wie ich meine, der einfachste Schnitt überhaupt unter den Babyhosen.
Ihr benötigt nämlich nur eine Naht! Der Schnitt wurde von mir bereits als Standardmodell für die Hosen des Goldjungen herangezogen, und kam auch schon für viele zu beschenkende Babys zum Einsatz.


Meine Ansprüche an eine Babyhose: bequem zu tragen, mit hohem Bund, mitwachsend und einfach zu kombinieren. Sie erfüllt sie alle. Und deswegen sind schon einige davon entstanden, denn in einer halben Stunde ist das Nähprojekt fertig! Bunt, neutral, uni, mit Muster, mit extrahohem Bund oder auch in Knickerbockerlänge für die warme Jahreszeit: die Hose ist so variabel und absolut passend für jede Jahreszeit. Mein nächstes Vorhaben: eine Hose aus Wollwalk für noch kühlere Tage in der Übergangszeit.

verlinkt: Kiddikram Sew Mini HAPPYrecycling 

Mein absoluter Lieblingsschnitt unter den unzähligen Freebooks aus dem Netz ist unübertrefflich in Punkto Passform und Einfachheit. Ihr wisst und ich wiederhole es immer wieder: ich bin aus Zeitgründen kein großer Fan von zeitintensiven Nähprojekten, und deshalb müssen diese erstens in absehbarem Zeitrahmen umsetzbar und einfach sein. Ich habe mich schon durch etliche Schnittmuster, sei es bezahlt oder als gratis Schnittmuster durchforstet und in die Tat umgesetzt, aber das Freebook RAS übertrifft alle, wie ich finde. Und nein, hier handelt es sich dezidiert nicht um Werbung, sondern rein um meinen persönlichen Erfahrungsschatz.

Tipp: Bei gestreiften Stoffen darauf achten, dass die Streifen beim Zusammennähen genau aufeinanderliegen.



Materialien

Jersey Shirt langarm (hier könnt ihr die Ärmel als Fußbündchen verwenden) oder kurzarm mindestens in Gr. S
Bündchen oder Jersey extra aus eurem Stofflager (für Bündchen)



So habe ich es gemacht:




Am besten das Shirt bügeln. Nehmt euer Schnittteil zur Hand und legt den Bruch exakt auf die seitliche Shirtnaht. Übertragt den Schnitt (Achtung:Nahtzugabe ist noch nicht enthalten) auf das Shirt und schneidet es aus. Je größer das Shirt desto mehr bleibt euch für die Bündchen übrig. Bei meinem Shirt in Gr. S war hierfür leider nichts mehr übrig. Aber dafür gibt es durch den Einsatz von andersfarbigen Bündchen mehr Kontrast.

Das Schnittmuster RAS findet ihr übrigens hier.



Noch mehr DIY Babysachen?

Wie ich einst für den Goldjungen ein upgecyceltes Set bestehend aus Halstuch und Babyhose nähte könnt ihr hier nachlesen.
Mein Babyset bestehend aus 3 FREEBOOKS findet ihr hier.
Bärig geht's beim Babyset mit der Monkey Pants zu.
Auch aus Denim lässt sich ein cooles Denim Upcycling Baby Projekt zaubern.
Etwas Weihnachtliches mit Rudi Rentier gefällig? Hier geht's lang!


Ich wünsche Euch ein happy sewing!

Eure Tina


Read more ...

10 Februar 2018

Achtsame Geburtsvorbereitung




In Teil 1 konntet ihr bereits Einblick darüber gewinnen, welche Erfahrungen ich mit meinen 2 vorhergegangenen Geburten machen durfte, und welcher persönliche Versöhnungspozess ihnen zugrunde liegt. Welche Ideen und Vorstellungen zum Thema Geburt sich im Laufe der Jahre herauskristallisierten, möchte ich euch heute erzählen.



Eine gedankliche Annäherung an die dritte Geburt

Ich befinde mich im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bis dato war für mich klar: nur keine Eile und schon gar kein Stress, zumal kann ich auf 2 sehr konträre Geburtserlebnisse zurückblicken kann, wobei Geburt Nummer 2 für mich einen erheblichen Vorbildcharakter besitzt. Dennoch überwiegt der derzeitige Gedanke: ich möchte für jegliche andere Erfahrung, die vor mir liegt, offen blieben, auch wenn eines ganz klar feststeht. Ich habe ein positives natürliches Geburtserlebnis vor Augen. Dieses Festlegen auf konkrete Abläufe im Geburtsvorgang, wie es oft propagiert wird, besitzt für mich einen fahlen Beigeschmack, was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass ich die positive Einstellung dazu beiseite lasse, im Gegenteil. Ich möchte in meiner Vorstellung so flexibel wie möglich sein, auch offen sein für etwaige unvorhersehbare Situationen, und dabei voller Stärke und Vertrauen auf mein inneres Gefühl reagieren. Mit dem Fortschreiten der dritten Schwangerschaft hatte ich ganz intuitiv und plötzlich den Gedanken: Ich möchte mich auf die Geburt vorbereiten. Der Drang, der Wunsch mich nicht nur mental sondern auch auf physischer Ebene vorzubereiten, nahm überhand. Ich MUSS etwas tun, mich stärken und der aufkeimenden Angst, die sich unweigerlich einschlich, gegenübertreten. Und hier war ich an dem ausschlaggebenden Punkt angelangt: ich möchte die Ängste eruieren, ihnen auf den Grund gehen und sie annehmen können. Hebammen berichten, dass all die Ängste, die sich unangetastet aufgestaut hatten, gerade zum ungeeignetesten Zeitpunkt, nämlich der Geburt manifestieren können, was wiederum den Geburtsprozess hemmen kann.
Allesamt Überlegungen, die mich nach ausgiebiger und intensiver Zeit der Recherche weg von Hypnobirthing in Richtung "achtsamer Geburt" trieben.


(C) Karoline Grill Photography


Rückblick

Bei Fräuleins Geburt vor inzwischen 9 Jahren war ich der festen Annahme, ich wäre gut vorbereitet. Ein paar Standardwerke in literarischer Form hier, ein Geburtsvorbereitungskurs da. Und somit war die Sache erledigt. So mein damaliger Gedanke. Das darauffolgende Geburtserlebnis hat mich jedoch eines anderen belehrt. Inmitten des Prozesses wurde mir klar: du hast eigentlich Null Ahnung, was da gerade mit dir passiert, und somit wurde aus der Idealvorstellung Geburt ein fremdbestimmter Höllenritt. Und speziell eines machte mich extrem wütend: Wo waren die vielgepriesenen erholsamen Pausen zwischen den Mörderwehen? Ich hatte über Stunden hinweg keine! Ich dachte an die Worte meiner damaligen Hebamme aus dem Kurs: Wehen wären ungefähr vergleichbar mit sehr starken Koliken, und ich dachte insgeheim: ach was, sowas schaffe ich doch mit Links, denn ich Grunde zählte ich mich nicht zu den "Zart Besaiteten" und ich war schon einiges an Schmerzen von Kindesbeinen an gewohnt.

Erst Jahre später bekam ich annähernd eine Idee davon, worum es sich beim Thema Geburt eigentlich drehte. Um Selbstvertrauen, das Anwenden von Atemtechniken und letztendlich war die Wahl des Geburtsortes ein unerlässliches Kriterium, um eine angenehme, positive Atmosphäre als Basis zu schaffen.
Wichtige Themen, die ich bei der ersten Geburt kaum streifte, und mich letztendlich verloren und verletzbar machten, haben erst in den letzten Jahren mein Interesse entfacht. Rückblickend auf die erste Geburt fühlte ich mich mit den überwältigenden Schmerzen, die übrigens künstlich herbeigeführt wurden, zur Gänze im Stich gelassen. Meine Atmung hatte weder Hand noch Fuß, und so wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes von ihnen überwältigt. Heute weiß ich, dass Angst die Schmerzen verstärkt, jedoch ist  dieses als negativ empfundene Erlebte Teil meiner Geschichte, die mir heute Mut macht, und die mich motivierte, an mir selbst zu arbeiten und mich weiterzuentwickeln.


Gesellschaftlicher Umgang mit dem Thema "Schmerz"

Schmerz begleitet uns ein Leben lang. Er ist nicht wegzudenken, er betrifft alle Altersstufen. Schmerz lässt uns aufhorchen, dass etwas aus dem Gleichgewicht ist, er lässt uns genauer hinhören und in Folge reaktiv werden. Doch was hat es mit den Geburtsschmerzen auf sich? Sind diese denn überhaupt mit herkömmlichen Schmerzen vergleichbar? In den Diskussionen rund um die intensiven Empfindungen während der Geburt wird auch oft von Geburtswellen anstatt von Wehen gesprochen. Grund darin liegt der gesellschaftlich negativ konnotierte Charakter, der dem Wort "Wehen" zugrunde liegt, und der Grundgedanke, dass "Wellen" dem sich aufbauenden und wieder abflachenden Charakter von "Wehen" am besten entsprechen.

 Nancy Bardacke beschreibt in ihrem Buch "Achtsame Wege durch Geburt und Schwangerschaft" den Geburtsschmerz als "Transformationsschmerz", da er Neues entstehen lässt, unseren Körper  in kürzester Zeit wie kein anderer transformiert, und etwas Positives dadurch erschafft. Er ist also ganz klar abzugrenzen von allen anderen Schmerzempfindungen, die uns im Laufe des Lebens aufhorchen lassen und uns vermitteln: hier stimmt etwas nicht. Transformationsschmerz durchzieht alle Altersstufen, so könnte man auch das Zahnen eines Babys oder Kleinkindes dieser Art von Schmerz zuzuordnen. In diesem Sinne ist es kein gewöhnlicher negativ konnotierter "Schmerz", wie er auch gesellschaftlich geprägt ist. Die Autorin, selbst jahrzehntelang als Hebamme und Achtsamkeitslehrerin  tätig, hat erstmals das Thema Achtsamkeit in der Geburt mit ihrem Mindfulness Based Childbirth and Parenting Program, kurz MBCO, verknüpft. Das ganzheitliche Konzept dahinter ist jedoch nicht rein auf die Geburt anwendbar sondern kann uns ein ganzes Leben lang begleiten. Ob es nun das Kleinkind ist, das umgeben von genervten Menschen prompt an der langen Schlange vor der Kassa zu toben beginnt, oder eine andere streßbehaftete Situation. Wir alle sind dem Alltag und seinen Herausforderungen unweigerlich ausgesetzt.
So kann jeder von uns von Ruhe, Entspannung und innerer Ausgeglichenheit profitieren, aber in Punkto Geburt liegt der Achtsamkeitspraxis ein ganz besonderer gravierender positiver Effekt zugute.

Immer wieder liest und hört man von verschiedenen Seiten, sowohl von Gebärenden als auch von GeburtsbegleiterInnen von der schmerzfreien Geburt ohne Interventionen von außen und ohne medikamentöse Unterstützung. Ja, es gibt sie tatsächlich, und ich finde, es ist ein für viele unglaubliches und unerklärliches Zeichen dafür, dass auch diese Variante des Geburtserlebnis Realität sein KANN, aber nicht MUSS. Dennoch stellt Schmerzfreiheit für mich eine der unzähligen möglichen Variationen von Empfindungen während der Geburt dar, aber alleine das Wissen darum kann die Einstellung der Frau zu diesem Thema stark verändern, wenn man nur flexibel für all sein Abweichungen bleiben kann. Und genau das ist auch der Grund dafür, warum es von mir nicht zum Mekka des Geburtserlebnisses erkoren wurde.

Schmerz verstehen - es geht um die Beziehung

Als wichtigste Hilfe zum Verständnis um das Thema Schmerz und das Zusammenspiel von Faktoren, auf welche Art und Weise der Schmerz an Intensität zunimmt, erschien mir die Erklärung von Nancy Bardacke über das Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren. Demnach liegen dem Schmerz 3 Komponenten zugrunde:

Die sensorische Komponente
Der Körper reagiert auf einen Schmerz auf physischer Ebene (ein simples Beispiel: ich stoße mir den Zeh an), indem Nervenzellen vereinfacht ausgedrückt eine Botschaft an das Gehirn weiterleiten, und diese Information hat eine Reaktion unsererseits zur Folge.

Die affektive Komponente
Als affektive Komponente werden alle Gefühle beschrieben, die mit diesen Empfindungen einhergehen.

Die kognitive Komponente
Die Gedanken, die unser Geist unaufhaltsam produziert, und die der Empfindung zuzuschreiben sind, sind der kognitiven Ebene zuzuschreiben. Meist kreisen die Gedanken bei einer Empfindung, der wir das Attribut "schmerzhaft" zuschreiben würden, um die Zukunft und sind mit dem Gefühl der Angst und Sorge verknüpft.

Diese drei beschriebenen Komponenten wirken bei jeder körperlichen Empfindung, jedoch können wir beim Anwenden der Achtsamkeit Einfluss auf das physische Schmerzempfinden nehmen. Während das sensorische Erleben einfach passiert, da es von unserem Gehirn aus gesteuert wird, haben wir sehr wohl Einfluss auf die 2 anderen Komponenten, indem ich die Achtsamkeitspraxis, genauer gesagt das bewusste Atmen, das mir erlaubt, im Hier und Jetzt zu bleiben, gezielt anwende. So bin ich in der Lage, aufkeimende Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen, und mich gleichzeitig auf den Atem als Anker zu konzentrieren. Im Grunde geht es darum, die Empfindungen nicht zu verdrängen, sondern anzunehmen, im Moment zu verweilen, jede Welle aktiv mitzugestalten und die darauf folgende Entspannung der Wehenpause als tiefes Gefühl der Entspannung und des Friedens zu erleben.

Somit trete ich heraus aus dem "Reagieren" (was bei Schmerzempfindungen meist mit Angst und Widerstand einhergeht, was wiederum ein immenser Schmerzverstärker ist) hin zum bewussten "Antworten", sprich dem Wahrnehmen und Akzeptieren der Empfindung. Wir lösen uns von den Vorstellungen und negativen Angst produzierenden Geburtsgeschichten, die uns bereits in der Vergangenheit untergekommen sein mögen, die unser Geist unablässig produziert, die jedoch den Geburtsprozess negativ beeinflussen.

(C) Karoline Grill Photography



Atemtechniken

Sie rangieren in Punkto Geburtsvorbereitung unangefochten an erster Stelle, denn genau sie sind es, die, wie ich ich finde, die größte positive Auswirkung auf Körper und Geist während der Geburt haben. Deshalb finde ich, dass ihnen im Rahmen einer Geburtsvorbereitung eine ganz zentrale Stelle einberaumt werden sollte, da sie als Anker für eine entspannte Geburt eingesetzt werden können. Leider musste ich aus eigener Erfahrung feststellen, dass dies und die damit verbundene Praxis, die es dafür benötigt, leider allzu oft zu kurz kommt. Damit die verschiedensten Atemtechniken auch in Fleisch und Blut übergehen, lohnt es sich auf jeden Fall, diese im Alltag oder auch gezielt zu verfestigen, sei es, ob man vor der Ampel steht, sich vor der Kasse langweilt oder gerade nichts zu tun hat (auch wenn das im Alltag mit Kindern zugegebenermaßen sehr rar ist!).
So habe ich es mir zum Ziel gemacht- wie auch schon bei der Geburt des Goldjungen- den Atem als meinen ständigen Begleiter während der Wellen zu betrachten. So kann ich mir immer wieder in Erinnerung rufen, den ständig herumirrenden Geist und all die damit verbundenen aufkeimenden Ängste und Zweifel, zu besänftigen, um wieder zur Ruhe kommen, und so Kraft und Ausdauer für die nächste sich heranbahnende Welle zu sammeln, sie bestenfalls sogar zu "begrüßen", in dem Wissen, dass uns jede Welle unserem Kind näherbringt. Besinne ich mich auf den Atem, wird zudem auch ein Entspannungszustand gefördert, der Körper und Baby mit einem Plus an Sauerstoff versorgt, der zugleich Raum für das Ungeborene schafft. Es kommt zur Ausschüttung von Oxytozin, welches unerlässlich für den Geburtsprozess und die Wehentätigkeit ist. Dieses Hormon wirkt dem Adrenalin entgegen, das in stressbehafteten Situationen, die den Charakter von Flucht oder Kampf besitzen, produziert wird, und welches den Geburtsvorgang sogar entschleunigen, wehenhemmend wirkt uns sogar einen Geburtsstillstand mit sich ziehen kann.

Bei allen Atemtechniken bediene ich mich der tiefen Bauchatmung, auch bekannt aus dem Yoga. Beim Surge Breathing (Erklärung siehe weiter unten) versuche ich durch das lange Einatmen nach der Bauchatmung anschließend auch in das Zwerchfell zu atmen, was meiner Erfahrung nach noch zusätzlichen Raum schafft. Durch meine vertiefte Praxis der verschiedenen Atmungstechniken wurde mir bewusst, welch enormer entspannender Effekt vor allem der langen Ausatmung zugrunde liegt. Dieses Gefühl des Loslassens kann gesteigert werden, indem ich beim Ausatmen auf ein lockeres Kiefer achte und den Atmen bildlich gesehen in Richtung Unterleib schicke, beispielsweise mit den Mantren "weit, weich".

Mein Sammelsurium an Geburtsvorbereitungen beinhaltet jene Entspannungstechniken, die mich seit vielen Jahren begleiten, sich für mich als wertvoll erwiesen haben, ohne dass ich mich dogmatisch an einer bestimmten Richtung orientiere. Denn ich finde: gerade dieser Mix aus verschiedenen Techniken und Methoden macht es aus, um flexibel zu bleiben. Und wer weiß, vielleicht gesellt sich die eine oder andere Idee im Laufe des letzten Monats noch dazu!



Tönen


Ich bin mir sicher, jeder hat es schon gesehen bzw. selbst erlebt, und jedem wurde schon davon erzählt: ein Bild einer sich vor Schmerzen kreischenden und windenden Gebärenden, vor Schmerzen außer sich. An diesem Punkt sage ich: auch ein als  "sanft" empfundenes Geburtserlebnis schließt nicht aus, dass man dabei "laut" ist. Während eine Gebärende auf das gewaltige Ereignis mit imposanter Lautstärke reagiert, ist die andere leise und in sich geehrt, wobei das eine das andere ja nicht ausschließt. Und dagegen gibt es nichts einzuwenden. Es kann unglaublich erleichternd sein, bei dieser Naturgewalt und Intensität, mit der die Wellen einhergehen können, sich mithilfe seiner eigenen Stimme zu "befreien", und das ist jedem selbst überlassen, wie er am besten damit zurechtkommt. Als gute Alternative zu hochkehligen einengenden Lauten gilt das Tönen auf tiefe Laute wie Ahhh oder auch Ohmmm, das wir auch aus dem Buddhismus kennen, und die im Gegensatz zu oft verkrampften hohen Tönen wiederum Kraft und Ausdauer geben, und zudem entspannend wirken.

Als Begleitung zum Atmen und zur Förderung der Konzentration habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Zählen gemacht. Ich zähle zwar nicht laut mit, jedoch mithilfe der Finger beim Aufwärtszählen und wieder retour. Anstatt des Zählens können die Wellen auch von Visualisierungen begleitet werden.

(C) Karoline Grill Photography



Visualisierung 


Für mich persönlich habe ich mir eine kleine Geschichte oder Phantasiereise erschaffen, die mich auf den Atemzügen begleiten kann. Sie dient genauso wie das bewusste Atem als Anker, und kann wie das Zählen während der Wehentätigkeit eingesetzt werden, quasi als positives Sinnbild für die Geburt, und um sich auch in der Übergangsphase auf das Atmen besser konzentrieren zu können.


Beim Einatmen schreite ich einen Berg hinauf, oben angelangt hole ich mir eine Kerze und während des Ausatmens schreite ich den Berg hinab in Richtung eines Sees (und da habe ich einen ganz speziellen See mit Vulkan im Hintergrund vor meinem inneren Auge, ein idyllischer Platz, den ich von meiner Guatemala Reise her kenne) und lasse die Kerze auf der Wasseroberfläche schwimmen.
In der Wehenpause machen sowohl das Bild und die spezielle Atmung Pause, und sobald die nächste Welle einsetzt, beginne ich von vorne, bis ich in meiner imaginären Vision den See mit Kerzenlichtern bedeckt habe. So schaffe ich ein imaginäres Bild, eine Vision, die positiv behaftet ist, und die Bewegung beinhaltet, die ich für mich im gesamten Geburtsprozess als so positiv erlebt habe.
 Auf diese einfache Weise kann man sich mit ein bisschen Kreativität und Phantasie ein individuelles persönliches Bild erschaffen, welches den Geburtsprozess begleiten kann. Auch die Imagination einer sich langsam öffnenden Blüte wie einer Rose oder einer Lothusblüte wird gerne für die Geburt verwendet, da sie "öffnenden" Charakter besitzt.



Schwangerschaftsyoga

Zugegeben, Yoga ist zwar kein Fremdwort für mich, und ich habe es vor einigen Jahren auch regelmäßig praktiziert, jedoch habe ich nach einiger Zeit schlichtweg keine Motivation mehrt gefunden, da Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung in den Vordergrund rückten. Als ich mir in der Schwangerschaft zum ersten Mal Gedanken zu einer alternativen körperlichen Betätigung außer Spazierengehen, Walken und in der Anfangszeit hie und da Radfahren machte, kam mir auch auf Anraten von schwangeren Freundinnen Schwangerschaftsyoga in den Sinn. Jedoch konnte ich mit einer festgesetzten Stunde an genau einem konkreten Tag an einem mehr oder weniger fremden Ort nicht viel anfangen, und ich zweifelte im Vorhinein daran, ob es mir erstens, mit dem Fortschreiten der Zeit auf die Nerven gehen würde, und ob ich den Wochentag immer einhalten können würde. So beschloss ich kurzerhand, meinen eigenen Yogarhythmus zu Hause zu finden. Und diese Vorgangsweise hat sich eindeutig gegenüber allen anderen bewährt! Ich bin hochmotiviert, meine Yogaübungen im Beisein der Kinder in meinen Alltag zu integrieren und in vollsten Zügen zu genießen. Nichts einfacher als das! Das 20-minütige Programm könnt ihr euch hier ansehen.





Abschließen möchte ich noch erwähnen, dass all meine Tipps und Erläuterungen auf meinen eigenen Erfahrungen beruhen und unabhängig in Eigenregie von mir erstellt wurden. Sie sollen lediglich einem Zweck dienen: meinen Erfahrungsschatz mit euch zu teilen, und meine persönlichen Ideen euch vorzustellen. Und vielleicht kann sich die eine oder andere mit meinen Anregungen für ein positives Geburtserlebnis anfreunden!





Meine persönliche Linksammlung zur Geburtsvorbereitung


Achtsame Wege durch Schwangerschaft und Geburt, Nancy Bardacke

Nancy Bardacke ist Hebamme, Achtsamkeitslehrerin und Gründerin des Mindfulness-Based Childbirth and Parenting Program (MBCP), sowie Assistenzprofessorin an der UCSF School of Nursing.


Die selbstbestimmte Geburt, Ina May Gaskin



Atemtechniken

Überblick Atemtechniken Eine Zusammenfassung
Breathing and Relaxation Mittel für eine entspannte Geburt: Atemtechniken, Imagination, Geburtspositionen, Bewegung
J Breathing Begleitende Atemtechnik für die Austreibungsphase
Surge Breathing  Begleitendes Atemtechnik für die Übergangsphase


Dies & das

Yoga für Schwangere - 20minütige Übungseinheit
Reducing fear of birth Ina May Gaskin


Blogs




Read more ...

31 Januar 2018

DIY Babydecke - supereinfach gehäkelt


Winterzeit = Häkelzeit.

Nichts entspannt mich so sehr wie das Häkeln von einfachen Mustern aus dickem, anschmiegsamen Garn, aus denen nicht nur schöne sondern auch praktische und nützliche Babyessentials entstehen. Die Zeit rennt nur so davon, und es ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, in den noch verbleibenden 4 Wochen all die DIY Projekte zu präsentieren, die hier beinahe täglich entstehen. Sei es für das neue Kinderzimmer oder für die Erstlingsausstattung, es wird hier ein Großteil der Babyausstattung selbst gemacht. Es macht Spaß und ist nebenbei eine so sinnvolle Beschäftigung, wenn man mit den eigenen Händen etwas Schönes zaubern kann. Das Beste dabei: ich kann getrost ans Werk gehen, während sich der Goldjunge seinen Spielsachen widmet.





Wie ihr wisst, bin ich ein großer Fan von Merinowolle. Hier habe ich mich bereits mit den Eigenschaften ausführlich beschäftigt. Sie hält nicht nur warm, sondern hat an heißen Tagen auch kühlende Eigenschaften. Also perfekt für den Einsatz als universelle Ganzjahres-Babydecke, sei es im Auto, Unterwegs oder auch zu Hause zum Zudecken des Babys, ohne das Baby zu überhitzen.

Nach einer ausgiebigen Recherche nach einem passenden Häkelmuster habe ich mich für dieses sehr wirkungsvolle Muster entschieden. Warum? Es erfüllt zu mehr als 100% meine Voraussetzungen: es ist supereinfach zu häkeln, sodass es bereits nach den ersten Wiederholungen sitzt, und man ganz entspannt mit seinem Vorhaben auch neben einem Kleinkind ohne höchste Konzentration sein Projekt fortsetzen kann. Denn mein Motto: Häkeln soll nicht anstrengen, sondern ausgleichenden Charakter besitzen, bestenfalls sogar einen meditativen Effekt hervorrufen. Das Projekt eignete sich auch perfekt für mein erworbenes Garn und erzeugte diesen gewollten "chunky" Effekt, denn es war  genau in meinem Sinne, dass die Decke ruhig ein wenig auftragen konnte, ohne dass ein löchriges Muster entstand, was womöglich der Zugluft freien Lauf ließe.





Das Tutorial für die Häkeldecke war mir jedoch etwas zu klein, weshalb ich die Decke im Endeffekt auf die Größe 72cm x 77cm ausweitete. Zusätzlich habe ich die Decke noch rundherum mit 2 Reihen halbe Stäbchen umhäkelt. So erscheint sie mir perfekt für den Einsatz als multifunktionale Baby- oder auch Kleinkinddecke.

Materialverbrauch: 

10 Knäuel graues Garn Merino Baby (z.B. Schachenmayr, etc.)




Wie ihr seht, ist auch der Goldjunge verliebt in die Decke, und ich denke, es wird in Zukunft noch ein weiteres Modell in einer anderen Farbe entstehen, vielleicht sogar in XL Größe, da die Decke ratzfatz zu häkeln ist!

Habt ihr schon einmal eine Decke gehäkelt? Wenn ja, was war denn euer Lieblingsmuster?

Eure Tina 

Read more ...

26 Januar 2018

Unser Baby Zirbenbett von Benni's Nest & Interview



Zirbenholz hat mich seit jeher in seinen Bann gezogen. Als wir in meinen Jugendjahren mit meiner damaligen Schulklasse,  im Rahmen einer Exkursion eine regionale Tischlerei im Waldviertel besuchten, wurde ich zum ersten Mal mit dem intensiven Duftaroma des Zirbenholzes vertraut. Kein Holz verkörpert für mich ein derartiges Gefühl von Wald, Natürlichkeit und Ruhe. Seit diesem Erlebnis war für mich klar: früher oder später muss ich so ein Zirbenbett haben.

Als ich auf der Recherche nach einer regional produzierten Schlafmöglichkeit für das Märzbaby Ausschau hielt, traf ich wie durch Zufall auf das in Handarbeit entstandene Zirbenholzbett für Babys von Benni's Nest. Unseren alten Vintage Stubenwagen hielt ich zwar bis dato auch als geeignet, aber ich suchte nach einer noch mobileren Variante, die sich sowohl für den Innenbereich als auch für wärmere Frühlingstage für den Outdoor Bereich eignete.





Ich traute meinen Augen nicht, denn es war genau das Bett, das ich anstelle eines Moses Korbes vor Augen hatte. Es war im Vergleich zu diesen geflochtenen Babybetten, mit denen aktuell ja ein unglaublicher Hype einhergeht, etwas ganz Besonderes, vor allem wenn man auf Kriterien wie Nachhaltigkeit und Regionalität großen Wert legt. So präsentiert sich Benni's Nest total vielseitig und praktisch, und es besteht keine Gefahr, dass es dank der Multifunktionalität auch noch vor UND nach dem Herauswachsens des Babys Einsatz findet.






Einfach perfekt durchdacht!

So mein Resumé. Ganz aktuell dient das Zirbenbett mit der darauf platzierten Babymatratze mit dem Wollfilzbezug darüber als superbequeme Sitzbank  mit hohem Wohlfühlfaktor aufgrund der wohligen natürlichen Wärme, die die Wand des Kachelofens abgibt. Eine Wohltat für den strapazierten Rücken in der Schwangerschaft!




Auch als dekorative Aufbewahrungsmöglichkeit für Spielzeug wie unsere geliebten Kapla Holzbausteinen macht das Zirbenbett allen anderen Kisten zum Verstauen von Spielzeug oder anderen Utensilien durch Eleganz und absoluter Schadstofffreiheit Konkurrenz.






Da ich die einzigartige Erfindung von Benni's Nest so genial fand, stand mir Nicole, die Protagonistin hinter Benni's Nest und kreative Mama von 2 Buben mit interkulturellem Background, Rede und Antwort. Heute gibt sie ganz exklusiv persönliche Einblicke in ihr Mamasein, das oft aufgegriffene Thema Schlaf bei Babys und was genau hinter der Geschäftsidee von Benni's Nest steckt.


1.    Als bloggende Mama von bald 3 Kindern ist es für mich immer wieder eine Herausforderung, eine klare Grenze zwischen Geschäftlichem und Privaten zu ziehen. Manchmal habe ich den Eindruck, die Grenze zwischen „Zeit mit den Kindern“ und meinen Geschäftsideen ist in der Praxis nicht exakt einzuhalten. Ist das auch Thema bei dir?

Ja – das Thema „Work-Life Balance“ ist natürlich auch bei uns ein Thema. Mein Mann und ich sind mit zwei Firmen selbstständig. Das hat natürlich viele Vorteile, aber auch seine Schattenseiten. Wir tun uns schwer, die Arbeit „im Büro zu lassen“. Vor allem ich tue mir manchmal schwer, da ich nach dem Mittagessen die Kinder vom Kindergarten abhole. Da bleibt mir am Vormittag manchmal wenig Zeit, meine Sachen zu erledigen. Oft ist es so, dass ich „nebenbei“ meine Mails oder Telefonate mache. Aber im großen und ganzen bin ich froh, dass wir diesen Weg gewählt haben. Wir können uns unsere Zeit zum Großteil selbst einteilen – was vor allem ein Vorteil ist, wenn die Kinder krank sind oder gerade Ferien sind. Mir ist meine Arbeit sehr wichtig – aber die Kinder und die Zeit mit ihnen ist mir wichtiger. Ich möchte nicht in 10 Jahren zurückblicken und denken, ich hätte was verpasst.
2.     

     Wie Du auf die geniale Idee eines Zirbenholzbettes für Babys kamst, kann man auf Benni’s Nest nachlesen. Was genau ist denn das Besondere an Zirbenholz und wie unterscheidet sich der Produktions-und Verarbeitungsprozess  verglichen mit anderen Holzarten?

Zirbenholz ist ein ganz besonderes Material. Etwas, das wir erst mit unserem Benni kennenlernten. Die enthaltenen ätherischen Öle in der Zirbe fördern einen gesunden, tiefen Schlaf, sie wirken selbstdesinfizierend und luftreinigend. Seine genauen Attribute kannst du auch hier nachlesen: https://www.bennisnest.com/magazin/zirbe-wirkung-baby-schlaf/
Das besondere am Verarbeitungsprozess unseres Benni’s Nest ist zum einen, dass das Nest per Hand gemacht wird und zum anderen die besondere organische Form. Wir schauen, dass die Äste verarbeitet werden. Diese sind, wie bei jedem Holz, der härteste Teil und schwierig zu Verarbeiten. Wir haben spezielle Prozesse entwickelt, das Zirbenholz in die für Benni’s Nest charakteristische Form zu bringen, und dabei die Äste mit zu verarbeiten.







3.    Ein besonderes Kennzeichen von Benni’s Nest sind die hohen Qualitätsstandards und die ausschließliche Verwendung von regionalen Rohstoffen. Woher genau stammen die verwendeten Rohstoffe?

Ja – wir legen sehr viel Wert auf hohe Qualität. Nicht nur in den Materialien, sondern auch im Design, in der Sicherheit und vor allem wie und wo es hergestellt wird. Unsere Materialien kommen ausschließlich aus Österreich (die Zirbe aus Tirol und Kärnten) und der Lodenstoff aus der Steiermark. Wir arbeiten vollkommen nachhaltig – das Holz ist unbehandelt - sogar unser Leim ist Bio und somit so babyfreundlich wie möglich. Als Eltern war es uns auch wichtig, dass wir Sicherheitsstandards einhalten.
Unser Bett ist TÜV geprüft und wird strengen Standards unterzogen. Auch das Thema Herstellung ist für uns wichtig. Oft wird genau das vernachlässigt. Wir stellen unsere Betten im Waldviertel her – zu normalen und fairen Löhnen. Das war uns wichtig: wir wollten nicht nur nachhaltig, sondern auch ethisch korrekt arbeiten.


4.    Als Ethnologin mit kubanischen Wurzeln war Interkulturalität stets Thema bei uns. Verrätst Du uns Deine Wurzeln und was liegt Dir bei der Erziehung Deiner Kinder sehr am Herzen?


Wir sind Zuhause auch etwas Multikulti. Ich bin halb Engländerin und bin im Ausland aufgewachsen. Wir sprechen Zuhause Englisch und meine Familie ist auf der ganzen Welt verteilt. Unsere Kinder wachsen – so wie ich auch - zweisprachig auf. Das ist manchmal schwer, aber ich hoffe es gelingt mir!
Mir ist es wichtig, unseren Kindern andere Kulturen näher zu bringen. Ich versuche aber unsere eigenen Traditionen den Kindern ans Herz zu legen. Wir haben ja hier in Niederösterreich so schöne Bräuche und Traditionen. Ich finde das schön und wichtig.
Bei der Erziehung unserer Kinder versuchen wir bestmöglich, unseren Kindern unsere Werte vorzuleben. Zwar haben wir zu Hause Regeln, die stehen aber nicht im Vordergrund. Viel mehr merken wir, dass unsere Buben uns vieles nachmachen, nacheifern und wir vieles in ihnen wiedererkennen. Ich finde Erziehung ist ein schwieriges und persönliches Thema. Wir versuchen unsere Kinder zu selbständigen, offenen und verantwortungsvollen Menschen zu „erziehen“. Unsere Kinder haben jetzt schon ziemlich ausgeprägte Persönlichkeiten und haben ihre eigene Meinung – das ist auch gut so.


5.    Das Thema Schlaf bei Babys ist ein sehr gewichtiges unter Eltern, welches mit viel Emotion einhergeht, und oft mit Erschöpfung und Frustration in Verbringung gebracht wird. DEN ultimativen Tipp für’s Durchschlafen gibt es m.M. nach nicht. Wie siehst Du das?

Ja – gerade habe ich das Thema wieder in unserem Magazin angesprochen. Das Thema Schlaf ist für Eltern ein wichtiges Thema. Man macht sich Sorgen, ob sein Kind genug Schlaf bekommt, man ist oft müde und erschöpft. Es gibt wirklich keinen allgemeinen Tipp fürs Durchschlafen. Tatsächlich hat bei uns die Zirbe funktioniert – vielleicht war es aber auch die geschlossene Form vom Bettchen. Wir wissen es nicht. Eines können wir aber nach zwei Kindern sagen: jedes Kind ist anderes und jedes Kind hat unterschiedliche Bedürfnisse. Das einzige was man machen kann, ist seinen Kindern das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Jedes Kind – genau wie wir Erwachsene – verarbeiten Erfahrungen anders. UND: Kinder haben Phasen – und jede Phase ist irgendwann zu Ende. Wenn man das versteht, sieht man alles viel gelassener.


6.    Was sind Deine persönlichen Tipps für Mütter und Väter, die sich sehnlichst mehr Schlaf wünschen?

Ich habe es schon oben angesprochen. Wir sind keine Experten und machen viele Fehler. Für uns ist das „Elternsein“ auch ein Lernprozess. Ich habe aber erkannt, dass jedes Kind seine eigenen Phasen durchlebt. Manche intensiver als andere. Zum Beispiel ist unser älterer Sohn sehr sensibel und kopflastig. Er verarbeitet seine Erlebnisse in der Nacht. Das ist phasenweise so und legt sich dann wieder. Am Anfang machten wir uns viele Sorgen und waren erschöpft. Wir merken aber, dass es eben PHASENWEISE kommt und jede Phase zu Ende geht. Der Trick: allem gelassener gegenüberzutreten. Es geht alles vorbei - ich möchte nie meinem Kind das Gefühl geben, wir würden ihn mit seinen Sorgen oder Gefühlen alleine lassen. Ich denke, man muss verstehen, dass Kinder jeden Tag neue Eindrücke und Informationen erhalten – irgendwann müssen sie es doch verarbeiten und einordnen. Das machen doch wir Erwachsene auch so.


7.    Eine von Benni’s Nest Besonderheit ist, dass es auf Mobilität und Flexibilität ausgerichtet ist. Spielte Mobilität auch in Deinem Leben eine zentrale Rolle?

Ja! Genau das war ein großer Faktor bei der Entwicklung von unserem Benni’s Nest. Wir sind immer viel unterwegs mit unseren Kindern. Schon als Babys sind wir immer viel herumgekommen. Da war es uns wichtig, dass Benni’s Nest einfach zu transportieren war (ab in den Kofferraum, Kindersachen rein und wegfahren). So hatte unser Benni auch immer seine vertraute Umgebung und seine vertrauten Gerüche mit.






8.    Wo siehst Du Benni’s Nest in 5 Jahren?


Unser Ziel ist, dass unser Benni’s Nest weiterhin organisch wächst. Vor allem möchten wir den deutschen Markt ausbauen und evtl. in anderen Länder Fuß fassen. Wir erkennen ein verstärktes Interesse der nordischen Länder – unser Design spricht hier viele an. Uns ist aber dabei wichtig, so authentisch wie möglich zu bleiben. Vielleicht gibt es ja irgendwann weitere Produkte – Ideen hätten wir viele J






An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei Benni's Nest für das Interview und die Bereitstellung dieser einzigartigen Erfindung, und freue mich, so eine natürliche und stylische Variation eines multifunktionalen Babybettes, das auch noch allen Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht, gefunden zu haben!


Wie sind denn eure persönlichen Erfahrungen mit Babybetten? Und das sind eure absoluten Favoriten? Das traditionelle Gitterbett von Anfang an, ein Stubenwagen oder doch lieber das Familienbett oder eine Kombination aus mehreren Varianten?


Ich wünsche Euch ein gemütliches Wochenende, und melde mich in Kürze mit einem DIY für's Babybett...ihr dürft gespannt sein!



Eure Tina





*Produktplatzierung 



Read more ...

20 Januar 2018

Alltagsgeschichten: Alltag mit Kleinkind - Autonomiephase



Die Tage werden länger. Nicht nur im meteorologischen Sinne, sondern auch in unserem Alltagsleben. Vorbei sind die Zeiten des Mittagsschläfchens. Von nun an dominiert die geballte Energie, die Kraft und Ausdauer eines Kleinkindes, und zwar von früh bis spät. Durchwachsen von  einigen wenigen Einbrüchen am Nachmittag, die daran erinnern, dass ein Anflug von Müdigkeit von Seiten des Goldjungen (und auch meinerseits!) nicht aufzuhalten und zu übersehen ist. "Aber probieren möchte ich es dennoch, vielleicht klappt es dieses Mal ja!" so mein -aber nicht sein- Vorhaben zur Mittagszeit, das jedoch aufgrund vehementen Protests und erneut zur fortgeschrittenen Nachmittagsstunde flugs verworfen wird.
Der simple Grund: der Goldjunge hält uns sonst bis in die späten Abendstunden auf Trab! Und das gilt es sehnlichst zu vermeiden, denn auch die nach Freiraum und Erholung lechzenden Mama (und natürlich auf Papa, der gerade vom Dienst nach Hause kommt, und dort mit riesigem Getöse und Pomp empfangen wird) brauchen mal eine Auszeit, auch wenn der Alltag mit Kleinkind unglaublich bereichernd ist und das Mamaherz immer wieder total unvorhergesehen erstrahlen lässt. Es sind diese einzigartigen Momente, in denen das Kinderherz lacht, in denen das Einfache eine derart große Magie und Fröhlichkeit auslöst, die wir Erwachsenen im Alltag oft zu vergessen scheinen. Vieles ist für uns im Laufe der Jahre weg vom Kind hin zum Erwachsensein zu etwas Notwendigem, Alltäglichen geworden, und hat so die Magie des Einfachen verdrängt. Die Kinder sehen das anders.

Kinder leben im Hier und Jetzt

eine Phrase, die ich mir genau dann in Erinnerung rufe, wenn sich alle Segel urplötzlich und unvorhergesehen in Richtung "Autonomie" wenden. Denn wie so vieles im Leben eines Kleinkindes ist auch für mich als bald 3-fach Mama meist nicht immer vorhersehbar, wann mit emotionalen Zuständen von Seiten des Kleinkindes zu rechnen ist. Oft ist es auch mit größter Anstrengung und Empathie für mich nicht nachvollziehbar, warum es um alles in der Welt gerade JETZT und ausgerechnet HIER an wohl unvorteilhaftestem Ort und Stelle zu einem emotionalen Ausbruch kommt. Und genau das ist es, was uns unweigerlich in Alarmbereitschaft versetzt.

Wut und Ärger

Fakt ist: der Goldjunge ist wütend. Er muss sich (aus welchen Gründen auch immer) gewaltig ärgern. Und ja, auch dessen bin ich mir bewusst: an dieser Stelle hat Einreden und Besänftigen schon gar keinen Sinn. Es bewirkt nämlich nur das Gegenteil und potenziert sogar die Wut. Nun gut, geben wir der aufgestauten Energie einen Raum, in der Hoffnung, sie möge dann auch wieder abklingen, während wir bestenfalls gelassen die momentane Situation hinnehmen, und uns abwartend verhalten, und vielleicht sogar abwägen: abwarten oder doch lieber die Flucht ergreifen? Wir werden in Kürze die Entscheidung auf uns nehmen und zu Gunsten des Kindes auf diese unvermeidliche Situation reagieren. Noch verhalten wir uns abwartend.

Wenn da nicht die Passanten wären, die sich ob des Platzmangels an uns vorbeischlängeln, und so mancher unter ihnen uns eines finsteren Blickes würdigt, ob der Tatsache, dass wir gerade den Eingang des Baumarktes versperren. Und ja! Auch für in ihrer Routine gestörte Passanten habe ich ein Fünkchen Verständnis übrig, so komme ich zu dem Entschluss, bevor ich eine Meldung schiebe.

Genau an dieser Stelle ziehe ich meine Phrase zu Rate, mein persönlicher Ankersatz, der mich daran erinnert, in einer stressbehafteten Situation nur ja nicht auf meinen ach-so-ausgleichenden Atmen zu vergessen, der in diesen Momenten gerne mal auf der Strecke bleibt. Kinder leben im Hier und Jetzt. Was so viel heißt wie: die Emotionen müssen JETZT raus, nicht früher oder später. Wut und Ärger sind die natürlichen Feinde des Aufschubes. So weit, so klar. Schweißperlen steigen mir auf die Stirn, da haben sogar die Minusgrade keine Chance,  temperaturausgleichend zu wirken, und ich bin gerade dabei, meine Winterjacke zu öffnen, als mir die dicke Wollhabe mit dem Riesenbommel ins Gesicht rutscht. Ich frage mich, was um Himmels Willen der Auslöser sein konnte für diesen Zustand des "Nicht-weiter-kommens". Das Einkaufswagerl, indem er grundsätzlich liebend gerne mitfährt, lehnt er strikt ab, genauso wie das Kinder Einkaufswagerl zum selber Schieben, und auch das Weitergehen wird vehement abgelehnt. Wir befinden uns sozusagen im Stehstreik. Und auf eine Antwort, was er denn jetzt gerne hätte, kann ich lange warten.

Während ich vor mich hin sinniere, und versuche, mich auf meinen Atem zu konzentrieren (und so nebenbei meine Jacke zu öffnen,meine deplatzierte Mütze und meine Umstandsleggings, die inzwischen die Beine hochgewandert ist und nun auch noch meine nackten Unterbeine freigibt, zurechtzurücken) ist der Goldjunge außer sich. Er kreischt und windet sich inzwischen auf dem kalten Boden vor dem Eingang des heute ach so gut besuchten Baumarktes zwischen Weihnachtsgestecken im Abverkauf rechterhand und Infrarot Saunakabine linkerhand. Die Schiebetüren gehen auf und zu. Ich komme zu dem Entschluss:  die weiße Wandfarbe muss wohl oder übel warten, und ich verschiebe gedanklich mein nächstes DIY Projekt auf die ferne Zukunft. Mein einziger Gedanke:


Nur weg von hier! 


Ehe mir die Flucht oder besser gesagt ein Ortswechsel als einzige rationale Option erscheint, aus dieser misslichen Lage zu entkommen, nähert sich eine betagte Frau dem kleinen Mann, der sich inzwischen zwar von dem Boden aufgerichtet hat, aber wie wild mit Händen und Füßen zappelt, begleitet von lautstarkem Protest und dicken Krokodilstränen. "Jo wos is denn do los? Wos is denn des?" so die entsetzte Dame entrüstet. Für mich DAS Signal, um den aufgebrachten Goldjungen zu schnappen und in Richtung Auto aufzubrechen. Doch wo ist denn jetzt bloß der Autoschlüssel? Hatte ich ihn nicht in die Jackentasche gegeben? Die Dame nutzt den kurzen Moment meines Sinnierens und beugt sich zu dem noch immer tobenden Goldjungen hinunter: "Host du dir leicht weh getan? Is da wos passiert!?Aber so schreien!" Ich ernte einen misstrauischen, und sie erntet meinen genervten Blick.


Alles ist gut

So mein Credo für den heutigen Tag. Und rückblickend gesehen war es das dann auch, und zwar viel schneller als gedacht. Zurück im Auto (der Autoschlüssel hatte sich an meiner Jacke verfangen) sind wir noch glatt dem Passantenverkehr entkommen, und es kehrte allmählich Ruhe ein. Vergnügt und mit einem Lächeln im Gesicht bestaunte der Goldjunge Minuten nach dem Vorfall einen vorbeifahrenden Traktor, und zu guter letzt kam uns auch noch ein Bagger entgegen.

Die Aufregung schien vergessen, und als ich ihn im Nachhinein fragte, was ihn derart wütend machte, blickte ich in ein freudestrahlendes Gesicht. "Mama tragen", so seine Antwort.





Read more ...

14 Januar 2018

Upcycling: aus Leggings wird Baby Latzhose



Für manche ist das Ausmisten eine mühselige zeitintensive Angelegenheit. Für mich bedeutet es: neuen Platz schaffen, um Neues entstehen zu lassen!

So wird im Hause titantina mit Vorfreude auf kreative Pausen in regelmäßigen Abständen ausgemistet, aussortiert und der bestehende Bestand an Kleidungsstücken drastisch reduziert. Da wir mit der Ankunft des dritten Kindes den Platz benötigen, um ein weiteres Kinderzimmer entstehen zu lassen, packte ich erneut die Gelegenheit beim Schopf und machte mir daran, den Nestbaubetrieb auch auf den Kleiderschrank auszuweiten.


Ich stieß auf eine bequeme, doch eher ungeliebte Leggings aus melierter Wolle, die, für meine Begriffe, zu sehr auftrug. Jedoch fand ich sie auch viel zu schade, um in der Altkleidersammlung zu landen, und so gab ich ihr eine neue Chance. In nur wenigen Nähschritten habe ich die Leggings zu einer warmen Baby Latzhose aufgewertet.



So ganz nebenbei: ich liebe Latzhosen, für jegliche Altersstufen, und so ist auch nebenbei eine Jeans-Latzhose für die Schwangerschaft entstanden (mehr dazu in Kürze!).

Zurück zur Baby Latzhose! Die Größe der Leggings (M) eignete sich perfekt dazu, um aus Bund und Beinen eine Latzhose, die mit ihrem breiten Bund bequem zu tragen ist, zu nähen.





So habe ich es gemacht:


Leg dir die Leggings auf, und platziere darauf eine passende Babyhose in Wunschgröße- oder du hast einen Schnitt dafür zur Hand. Noch einfacher geht es, wenn du die Leggings mittig zusammenlegst und den Schnitt/die Babyhose -auch mittig gefaltet- darauf platzierst.
Übertrage die Umrisse inklusive Bund mit Schneiderkreide auf die Leggings. Schneide sie mit Nahtzugabe auf. Achtung: Achte darauf, dass die beiden Lagen Stoff der Leggings exakt übereinander liegen und sich nicht in Falten legen, daher am besten vorher bügeln.



Schneide die 2 Hosenteile aus. Schneide nun 2 Stoffteile aus der Leggings für die Fußbündchen aus. Schneide 2 lange Träger je in doppelter Stofflage aus. Die 2 Stofflagen werden rechts auf rechts aufeinandergelegt und knappkantig festgenäht, und gewendet. Um die genaue Länge der Träger anhand eines Stramplers in der Wunschgröße zu bestimmen, habe ich die Träger am Bund der Rückseite der Hose festgesteckt. Offene Kanten versäubern und mit einigen Stichen von rechts absteppen.


Die Holzknöpfe dienen hier nur der Zierde, da ich es praktischer fand, an der Innenseite kleine Druckknöpfe per Hand anzubringen. Alternativ können auch Camsnaps eingesetzt werden, aber ich finde diese kleinen Druckknöpfe einfach unproblematischer.
Fertig!




Mehr Upcycling Tutorials findet ihr hier:




Viel Spaß beim Nachnähen!

Eure Tina


Read more ...